Trotz Asthma in die Nationalmannschaft

Peter Schlickenrieder und Christoph Elbern am 17.10.03

Trotz Asthma in die Nationalmannschaft Mit meinen sportlichen Leistungen damals war ich anfangs zufrieden. Ich erreichte zwar keine Plätze auf dem Siegerpodest, aber ich konnte mich immer unter den besten sechs meiner Altersklasse in Deutschland platzieren. Doch dann wollte ich mehr – und das dauerte. Mein Trainer versuchte meinen Frust zu dämpfen: »Du bist eben in der körperlichen Entwicklung den Gleichaltrigen etwas hinterher, da kannst du noch keine Topresultate erreichen. « Ich setzte mir in den Kopf, nach Berchtesgaden aufs Skigymnasium zu gehen. Dort, so glaubte ich, würde ich die Förderung und Unterstützung finden, um den Durchbruch zu Spitzenleistungen zu schaffen. Fast ein Jahr lang kämpfte und bettelte ich, bis meine Mutter endlich nachgab und mich nach Berchtesgaden schickte. Doch die Schule erwies sich als herbe Enttäuschung: kein organisiertes Training, wenig Unterstützung durch die Lehrer in unserem Sport. Außerdem wurde ich in der Schule immer schlechter. Der Wechsel aus der neunten Klasse Realschule in die zehnte Klasse des Gymnasiums bereitete mir mehr Schwierigkeiten als erwartet. Zu allem Überfluss plagte mich das Heimweh nach Schliersee. Ich wollte zurück zu meiner Familie und zu meinem Trainer. Aber ich war zu stolz, um meiner Mutter das alles einzugestehen.
Dann kam es noch dicker: Bei einer Routineuntersuchung in der medizinischen Abteilung des Skigymnasiums wurde bei mir eine chronische Asthma-Erkrankung festgestellt. Ein Irrtum war ausgeschlossen – das Skigymnasium ist gleichzeitig bayerisches Asthmazentrum. Ich war verzweifelt.War dies das Ende meiner sportlichen Karriere, die doch noch gar nicht richtig begonnen hatte? Die Ärzte hatten darauf keine Antwort. Sie wunderten sich nur, dass ich trotz des Asthmas in dieser Form Leistungssport betreiben konnte. Heute weiß ich, dass es gerade der Sport ist, der mein Asthma in Grenzen hält. Ja, dass es der Sport ist, der mir meine Lebensqualität und meine Gesundheit schenkt.
Damals trainierte ich wie besessen weiter. Ich rannte mir die niederschmetternde Diagnose aus dem Kopf und verließ mich einfach auf meinen Körper. Mit
17 wurde ich dann in den C-Kader der Nationalmannschaft aufgenommen, zusammen mit den zehn besten jungen deutschen Skilangläufern im Alter zwischen 17 und 20 Jahren.

Dieser Teil ist aus meinem Buch entnommen mehr noch zum Buch hier!
Mehr zum CJD Asthmazentrum Berchtesgaden bekommt Ihr unter www.asthmazentrum.com



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