Peter Schlickenrieder gelingt Alpenüberquerung durch 4 Länder

Tanja Behnke am 21.01.2010 - 13:40 Uhr

Sensationelle Tour: Sieben Tage, vier Länder, 250 Kilometer, 16.000 Höhenmeter
Mit strahlenden Gesichtern erreichten am gestrigen Nachmittag der ehemalige Skilangläufer und Olympia-Silbermedaillengewinner Peter Schlickenrieder und sein dreiköpfiges Team Oberstdorf im Allgäu, das Ziel ihrer siebentägigen Alpenüberquerung. Bereits auf dem Gipfel des Steinmandl in 2000 Metern Höhe wurden sie von einer jubelnden Menschenmenge begrüßt. Vor sieben Tagen war Peter Schlickenrieder mit seinem Team vom italienischen Skiort Madonna di Campiglio aus gestartet, um die Alpen von Süden nach Norden zu überqueren und lief dabei auch durch die Schweiz und Österreich. Die Tour gestaltete sich nicht einfach, denn Lawinen, Schneesturm und schlechte Sicht machten aus ihr ein echtes Abenteuer mit grenzwertigen Situationen. Mehrfach musste der ehemalige Skilangläufer seine geplante Strecke verlegen, so dass er am Ende statt der 200 Kilometer rund 250 Kilometer zurücklegte. „Ich bin überglücklich aber auch total geschafft, denn manche Etappen waren wirklich hammerhart“, so Peter Schlickenrieder bei Ankunft auf dem Steinmandl.

Alpenüberquerung mit Hindernissen
Als Naturmensch und großer Fan der Alpen hatte Peter Schlickenrieder für seine Alpenüberquerung das Motto „Skibergsteigen umweltfreundlich“ gewählt mit dem er auch das gleichnamige Projekt des Deutschen Alpenvereins unterstützte. „Für mich sind die Alpen eine faszinierende Naturlandschaft, die mich immer wieder aufs neue beeindruckt. Ich halte es für unglaublich wichtig, dass sie ihre Ursprünglichkeit behält. Man sollte Sport nicht nur in der Natur betreiben sondern auch im Einklang mit der Natur unter Rücksicht auf Flora und Fauna“, so Schlickenrieder. Begleitet wurde er auf seiner Alpenüberquerung neben seinen Teamkollegen Martin Leitner und Dietmar Rexhausen auch von dem erfahrenen staatlich geprüften Berg- und Skiführer Patrick Jost vom Hindelanger Bergführerbüro. „Wir sind in den Tagen zu einem echt tollen Team zusammengewachsen und haben so die eine oder andere brenzlige Situation erfolgreich gemeistert“ berichtet Peter Schlickenrieder. Damit meint er auch den Beinahe-Abgang mit einer Lawine und die Dank GPS-Gerät erfolgreich absolvierte Etappe durch einen Schneesturm. „Es war wirklich gut, dass wir für diese Tour den Patrick als erfahrenen Berg- und Skiführer bei uns hatten. Zudem ist er auch ein echt toller und witziger Typ, der super in unser Team passte“, so Schlickenrieder.

Überraschung am Ziel
Am Ziel seiner Alpenüberquerung in Oberstdorf/Allgäu war für Peter Schlickenrieders Ankunft am gestrigen 20. Januar auf dem Gipfel des knapp 2000 Meter hohen Steinmandls ein Zusammentreffen mit der Bergsteigerlegende Hans Kammerlander und Manfred Scheuermann vom Deutschen Alpenverein geplant. „Aber stattdessen erwartete uns auf dem sonst so einsamen Gipfel neben den beiden eine riesige Menschenmenge. Zuerst trauten wir unseren Augen nicht und glaubten fast an eine Fata Morgana, als wir die da alle aus der Ferne sahen“, berichtet Peter Schlickenrieder noch immer fasziniert. „Die haben tatsächlich alle nur wegen uns den fast vierstündigen Fußmarsch zum Steinmandl hinauf auf sich genommen. Wahnsinn!“ Mit viel Applaus wurden sie begrüßt, gaben Interviews und machten zahlreiche Erinnerungsfotos.

Peter Schlickenrieders Fazit zur Alpenüberquerung
Die Tour haben wir ein gutes Stück besser geplant als die früheren. Ich denke wir haben einfach ein besseren Gefühl für die Distanzen bekommen und wie viele Höhenmeter wir wirklich gut schaffen können ohne am nächsten Tag erschöpft zu sein. Durch die Erweiterung der Tour auf sieben Tage konnten die einzelnen Tagesetappen zudem entschärft werden. Wir haben wieder traumhafte Landschaften sehen können und viele interessante Menschen getroffen. Zudem wurde mir einmal mehr die Bedeutung eines Teams für so eine Tour bewusst und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man gerade in Grenzerlebnissen Menschen sehr einschlägig kennen lernt.

Schlickenrieder schmiedet bereits Pläne für die nächste Tour
Müde aber überglücklich kehrte Peter Schlickenrieder gestern Abend in seinen Heimatort Schliersee zurück. „Die Alpenüberquerung allein war schon anstrengend genug, aber wenn man filmt, fotografiert und läuft ist es noch viel anstrengender. Ich bin jetzt einfach froh, dass die Tour vorbei ist“, gesteht er ganz offen. Was jedoch nicht heißt, dass der ehemalige Skilangläufer und Fan ausgefallener Extremtouren jetzt genug hätte von sportlichen Herausforderungen mit Abenteuercharakter. „Wir haben mit Bergführer Patrick Jost schon an einer neuen Tour geschmiedet. Nur soviel sei verraten: Es geht nach Afrika und wird mit Ski gemacht! Zunächst geht es jedoch für Peter Schlickenrieder in Kürze nach Vancouver in Kanada zu den Olympischen Winterspielen, wo er als TV-Experte tätig sein wird.

Alpenüberquerung hautnah miterleben
Fernsehzuschauer hatten die Möglichkeit, Peter Schlickenrieders Alpenüberquerung hautnah mitzuerleben. Das Erste zeigte ab 15. Januar in der Sendung ARD-Buffet (12:15-13:00 Uhr) täglich einen 3-minütigen Zusammenschnitt der vorangegangenen Etappe. Auch in der Münchener TZ sowie auf der Homepage des Deutschen Alpenvereins (DAV) unter www.alpenverein.de und natürlich auf Peter Schlickenrieders Homepage unter www.peter-schlickenrieder.de konnten Interessierte seine spannenden Tagebuchberichte mit seinen täglichen Erlebnissen nachlesen und erste Fotos der Etappen sehen.

Die Etappen in der Übersicht (14.01. – 20.01.10):

1. Etappe: Madonna di Campiglio – Pejo/Val di Pejo
2. Etappe: Pejo - Sulden
3. Etappe: Sulden - Scuol
4. Etappe: Scuol - Ischgl
5. Etappe: Ischgl – St. Anton am Arlberg
6. Etappe: St. Anton am Arlberg – Warth
7. Etappe: Warth/Hochtannbergpass - Oberstdorf




  Zurück
Partner